Geschichte
Ab Mitte der 1880er-Jahre tauchten in den Köpfen weitsichtiger Bozner Persönlichkeiten erste Pläne zum Bau einer Dampf-Zahnradbahn auf das Rittner Horn nach Vorbild der Schafbergbahn im Salzkammergut auf.
Jedoch dauerte es zwei Jahrzehnte bis zur beginnenden Detailplanung - nun aber als elektrisch betriebene Zahnradbahn von Bozen über Oberbozen nach Klobenstein. Nach nur 14 Monaten Bauzeit für die schwierige, 11,8 Kilometer lange Strecke, befuhr am 13. August 1907 der erste, mit Honoratioren besetzte Jugendstil-Triebwagen die Strecke und läutete damit eine Glanzzeit für den Ritten, die Bozner Bevölkerung und die vielen Gäste aus aller Herren Länder ein.
Die neue Bergbahn als kombinierte Adhäsions- und Zahnradbahn (System Strub) kam überaus gut an. Sie hatte ihren Ausgangspunkt am Waltherplatz und verkehrte als Straßenbahn bis zum Rittner Bahnhof (0,9 Kilometer). Hier wurden die Güterwagen beigegeben und eine Zahnradlok schob den Zug von 265 Metern Meereshöhe bis nach Maria Himmelfahrt auf 1.176 Metern. Die 4.9 Kilometer lange Steilstrecke hatte eine fast durchgehende Steigung von 25,5 Prozent. Dort kuppelte die Lok ab, während der Zug weiter über Oberbozen (1.220 m) und Lichtenstern (1.251 m) nach Klobenstein (1.190 m) fuhr.
Den ersten „sieben fetten Jahren“ folgten schwierige Zeiten mit dem verheerenden Weltkrieg, der Teilung Tirols, dem Faschismus und einem weiteren Weltkrieg - doch die Bahn überstand alle Wirren der Zeit. In den 59 Betriebsjahren stellte die Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 1 Meter und einer Gleichspannung von 750 Volt den „Lebensnerv des Ritten“ dar und erledigte den gesamten Personenund Gütertransport.
Doch schon seit dem Ende der 1950er-Jahre tüftelten die Ingenieure an Planungen für eine Seilschwebebahn - im August 1964 fand der Spatenstich dazu statt. Am 13. Juli 1966 schoben die alten Zahnradloks letztmalig Personen und Güter auf den Bozner Hausberg; tags darauf nahm die Seilbahn ihren Betrieb auf - mit Anschlusszügen in Oberbozen.